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Verschwindet wirklich ein Viertel des Wassers?

Mythos und Realität des nicht abgerechneten Wassers (Non-Revenue Water, NRW) – verständlich erklärt und mit Respekt vor der Arbeit der Fachleute in den Wasserversorgungsunternehmen.

~30 %des eingespeisten Wassers sind im weltweiten Durchschnitt nicht abgerechnetes Wasser
~25 %typischer Wert in Europa – die Werte streuen je nach Land jedoch zwischen 5 % und 60 %
60–70 %davon entfallen auf reale (tatsächlich versickerte) Verluste

1.Der Irrglaube: „Ein Viertel des Wassers verschwindet einfach“

Man hört oft, dass mehr als ein Viertel des Wassers, das in die Rohr- und Verteilnetze der Wasserversorger eingespeist wird, „verschwindet“, bevor es die Verbraucher erreicht. In Ungarn bedeutet das: Von 650 Millionen Kubikmetern Wasser verschwinden 160–170 Millionen Kubikmeter.

Diese Zahl – in Europa liegt der Wert tatsächlich meist bei etwa einem Viertel der eingespeisten Wassermenge – stimmt für sich genommen, doch das Bild dahinter wird häufig missverstanden: Das Wasser verschwindet nicht im wörtlichen Sinne, und es geht auch nicht zwangsläufig nutzlos verloren. Entscheidend ist zunächst allein die Tatsache, dass es nicht in Rechnung gestellt wird.

Einfacher formuliert: Ein Teil des eingespeisten Wassers fließt tatsächlich ab, während ein damit vergleichbar großer Teil genutzt wird – die Wasserversorger erhalten dafür jedoch kein Geld.

Es ist wichtig, die Begriffe richtig einzuordnen, damit die Arbeit und die Leistung der Fachleute in den Wasserversorgungsunternehmen für alle verständlich werden.

2.Was ist nicht abgerechnetes Wasser (Non-Revenue Water, NRW)?

Als nicht abgerechnetes Wasser – im internationalen Sprachgebrauch Non-Revenue Water (NRW) – bezeichnet die Fachwelt jene Wassermenge, die in das Netz eingespeist wird, aber keine Abrechnungserlöse erzeugt. Sie setzt sich im Wesentlichen aus zwei sehr unterschiedlichen Teilen zusammen – und nur einer der beiden umfasst die realen Verluste, also die tatsächlich abgeflossene, versickerte Menge.

60–70 %

Reale (physikalische) Verluste

Das tatsächlich abgeflossene, versickerte Wasser: Rohrbrüche, Leckagen, Undichtigkeiten. Erfahrungsgemäß der größere Teil der Verluste.

30–40 %

Scheinbare (kommerzielle) Verluste

Verbrauchte, aber nicht abgerechnete Mengen sowie Verluste, die sich aus Zählerungenauigkeiten und administrativen Fehlern ergeben.

Sowohl die realen als auch die scheinbaren Verluste bestehen aus mehreren Komponenten; die beiden wichtigsten Merkmale sind der autorisierte und der nicht autorisierte Verbrauch.

Autorisierter Verbrauch ist zum Beispiel das Wasser für die Brandbekämpfung, das Spülen von Leitungen bei Instandhaltungsarbeiten oder bestimmte öffentliche Nutzungen. Dieses Wasser wird tatsächlich genutzt, nur ist ihm nicht in jedem Fall und nicht in voller Menge eine Rechnung zugeordnet – es ist also keineswegs „verschwundenes“ Wasser. Auch der nicht autorisierte Verbrauch erreicht den Verbraucher, in diesem Fall versucht dieser jedoch, die Abrechnung zu umgehen.

Auch die Messabweichung bedeutet nicht einfach, dass die Messgeräte veraltet oder ungeeignet wären, sondern schlicht, dass jede Messung mit einer Abweichung behaftet ist. Um diese Abweichung zu begrenzen, müssen die Wasserzähler in Ungarn alle 8 Jahre gewechselt werden – bei größeren Verbrauchern erfolgt der Austausch teilweise sogar jährlich. Auch die neuesten, modernsten Zähler haben ihre Fehlergrenzen, denn es macht einen Unterschied, welche Menge unter welchen Bedingungen gemessen werden muss.

Nicht zuletzt gehören zu den scheinbaren Verlusten auch die administrativen Verluste: etwa wenn ein Zähler nicht abgelesen werden kann, wenn ein Verbraucher aus irgendeinem Grund keine Rechnung erhält oder wenn die Abrechnung schlicht aufgrund eines Verwaltungsfehlers nicht korrekt ist.

3.Verschwindet also wirklich ein Viertel des Wassers?

Die genaue Antwort lautet: nein. Der überwiegende Teil des eingespeisten Wassers gelangt irgendwohin – entweder zum Verbraucher (nur eben ohne genaue Abrechnung) oder in eine nützliche, zulässige Verwendung (Brandbekämpfung, Spülung). Von tatsächlich versickertem, im Boden verlorenem Wasser lässt sich nur bei den realen Verlusten sprechen, die typischerweise den größeren, aber nicht den alleinigen Teil des nicht abgerechneten Wassers ausmachen.

Diese Unterscheidung ist deshalb wichtig, weil die Reparatur eines undichten Rohrs völlig andere Maßnahmen erfordert als der Austausch eines veralteten Wasserzählers oder die Korrektur eines Verwaltungsfehlers – und das, obwohl beides in dieselbe statistische Kategorie fällt, nämlich in das nicht abgerechnete Wasser (NRW).

4.Wie groß ist dieser Wert tatsächlich?

Weltweit werden durchschnittlich rund 30 % des eingespeisten Wassers zu nicht abgerechnetem Wasser, in Europa im Schnitt etwa 25 %. Der Wert streut von Land zu Land – und sogar innerhalb einzelner Länder – außerordentlich stark: Mancherorts liegt der Anteil bei rund 5 %, andernorts kann er 60 % übersteigen.

Der Anteil des nicht abgerechneten Wassers (NRW) unterscheidet sich deutlich von Land zu Land

Der Anteil des nicht abgerechneten Wassers (NRW) unterscheidet sich deutlich von Land zu Land 70 %60 %50 %40 %30 %20 %10 % 0 % 5 %25 %30 %60 % Niederlande(niedrig)Europäischer Durchschnitt(~25%)Weltdurchschnitt(~30%)Bulgarien(hoch) in % des eingespeisten Wassers
Abb. 1: Der Anteil des nicht abgerechneten Wassers (NRW) unterscheidet sich deutlich von Land zu Land (illustrative Beispiele).

Ursache für die großen Unterschiede sind in der Regel Alter und Zustand der Infrastruktur, das Niveau des Netzbetriebs, die Ablesequote der Zähler, die Messgenauigkeit sowie die Frage, wie bewusst ein Land in die Verlustsenkung investiert.

5.Warum ist es wichtig, das genau zu wissen?

6.Was können wir tun?

Für gezielte Maßnahmen ist die kontinuierliche Messung in Echtzeit unerlässlich: So lassen sich Fehler im eigenen Netz schnellstmöglich finden und beheben.

Ein auf dem Wasserzähler montierter Datenlogger ermöglicht die laufende Kontrolle: Nicht nur Störungen lassen sich rechtzeitig erkennen, auch die Verbrauchsgewohnheiten und die verbrauchte Wassermenge werden nachvollziehbar, und Einsparpotenziale werden sichtbar. Bei industriellen Verbrauchern zeichnen sich zeitgleiche große Wasserentnahmen deutlich ab, die nicht nur das interne Netz, sondern das gesamte Verteilsystem belasten.

Die IoT-basierten Lösungen von WaterScope machen es ohne WLAN und ohne Kabelnetz möglich, den Verbrauch nachzuverfolgen und genau zu sehen, was im Netz geschieht.

Die smarten Zusatzmodule zur Verbrauchsmessung werden auf vorhandene Wasserzähler montiert, überwachen den tatsächlichen Verbrauch kontinuierlich und senden bei ungewöhnlichem Verbrauch oder dauerhafter Leckage automatisch eine Warnung. Statt des vagen Eindrucks, „das Wasser verschwindet“ und „die Rechnung ist hoch“, ist mit smarten Geräten genau bekannt, wie viel Wasser tatsächlich versickert und wie viel der Verbraucher wirklich nutzt.

Diese Daten unterstützen auch die Arbeit des Wasserversorgers, denn es wird sichtbar, ob das Wasser „nur“ nicht genau abgerechnet oder tatsächlich verbraucht wurde – mit der zusätzlichen Information, wann und wie viel davon verbraucht wurde. Auf dieser Grundlage lassen sich fundierte Investitionsentscheidungen treffen.

7.Häufig gestellte Fragen

Geht wirklich ein Viertel des Wassers verloren?Nicht im wörtlichen Sinne. Der größte Teil des nicht abgerechneten Wassers gelangt irgendwohin, er wird nur nicht genau abgerechnet; lediglich ein Teil davon ist tatsächlich versickertes Wasser.
Warum kann der Anteil an nicht abgerechnetem Wasser (NRW) nie null sein?Unterhalb eines bestimmten Niveaus – des sogenannten wirtschaftlich optimalen Verlustniveaus – übersteigen die Kosten einer weiteren Senkung den Wert der Einsparung.
Woher wissen Wasserversorger, wie sich reale und scheinbare Verluste zueinander verhalten?Dafür sind eine regelmäßige Analyse der Wasserbilanz und ein kontinuierliches Netzmonitoring erforderlich.

8.Fazit

Die Aussage „ein Viertel des Wassers verschwindet“ liegt zahlenmäßig gar nicht so weit von der Realität entfernt, ist aber irreführend, wenn man sie wörtlich nimmt. Ein erheblicher Teil des nicht abgerechneten Wassers ist tatsächlich genutztes oder nur wegen eines Abrechnungsfehlers nicht in Rechnung gestelltes Wasser, und lediglich ein – wenn auch wichtiger – Anteil ist echter, versickerter Verlust.

Die genaue Kenntnis dieses Verhältnisses, gestützt auf kontinuierliche Messung, ist die Grundlage jedes wirksamen und kosteneffizienten Programms zur Senkung der Wasserverluste.

WaterScope

Messen Sie Ihre Wasserverluste, statt sie zu schätzen

Unsere IoT-basierten Datenlogger zeigen Ihnen ohne WLAN und ohne Kabelnetz – direkt auf vorhandene Zähler montiert –, was in Ihrem Netz tatsächlich passiert. Seit 2016 entwickeln und fertigen wir in Ungarn.

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Schreiben Sie uns – unsere Kolleginnen und Kollegen helfen Ihnen dabei zu bestimmen, wie hoch die realen und wie hoch die scheinbaren Verluste in Ihrem Netz sind und womit sie sich senken lassen.

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1118 Budapest, Sasadi út 66.